RubrikenElektroflug > Libelle von Höllein
Libelle EVO Elektro von Hauck/Höllein - Ein Baubericht

Die bekannte Libelle von Höllein ist nun in der neuesten Version als Libelle Evo Elektro laut Höllein nochmals verbessert. Der CNC-Bausatz wird jetzt von Hauck Modellbau hergestellt. Bernd Längerich hat gekauft, gebaut, geflucht und gibt hier seine Erfahrungen mit dem Bausatz bekannt.
 LINKS ZUM THEMA

Langweilige Segler für "Senioren" wie mich...
Manche werden meinen Namen wiedererkennen: Richtig, ich bin der Dilettant, der mit Hubi und mc-22 versucht in den Modellflug wieder einzusteigen. Nachdem mich (Bj. 63) mein Sohn Sven (Bj. 96) auf der Modellbaumesse Hamburg im November 2001 zum Kauf eines ACT Spatzens nötigte ("Papa, den möchte ich einmal fliegen!"), dieser aber dank der im Frühjahr 2003 eingebauten Elektrothermik so schwer wurde, daß er bei mir unter dem Namen Bleiente fliegt, wollte ich doch einmal etwas richtig segelndes fliegen. Die angebotenen ARF-Modelle sagten mir nicht zu oder waren mir zu teuer, die Qualität der von Höllein vertriebenen Bausätze wird allgemein gelobt, so fiel die Wahl auf die Libelle EVO. Da das norddeutsche Flachland auch so ist wie es heißt und Thermik hier oft nur von oben nach unten fliesst, habe ich die Elektroversion bestellt. Nach kurzer Umfrage habe ich mich gleich für das Rundum-Sorglos-Paket entschieden, d.h. Getriebeantrieb, Steller, Klappluftschraube mit Spinner sowie Akku in der vorgeschlagenen Kombination, die da wäre: Getriebemotor Graupner Speed FG 400/7,2V, 2.33:1, BEC-Regler Rondo 400, 7 Zellen SANYO N 1000 3US, HM-Spinner 38mm auf HM-Mittelteil 45-4,0-8 in Verbindung mit der Aeronaut-Klappluftschraube 10.5x6.0" 

Trari-Trara, die Post ist da!
Einige Tage später brachte der Paketbote ein augenscheinlich unversehrtes Paket, welches von mir abends neugierig inspiziert wurde: Holzteile allerfeinster Fräsqualität finden sich übersichtlich gebündelt und sortiert im Kasten wieder, sogar die Bowdenzüge für die Ruderanlenkungen sind dabei. Was fehlt, sind die mir bisher bekannten fast 2kg Holzstaub und Späne, wie sie mir aus dem letzten vor fast 20 Jahren gekauften Bausatz, dem Super Chart von Simprop, entgegenrieselten. Dem Baukasten liegen zwei Baupläne im Maßstab 1:1 bei sowie eine bebilderte Bauanleitung als DIN-A5-Heftchen. Dieses Heftchen habe ich mir zunächst auf A4 vergrößert, was eine leichtere Lesbarkeit garantiert. Zum Aufbau habe ich eine 120x40cm Kiefernplatte aus Leimholz aus dem Baumarkt verwendet, eine Rolle Bucheinschlagfolie mit Tesafilm darauf befestigt läßt die Baupläne von Klebstoffen unbeeindruckt. 

Bau:
Nach Anleitung aufgebaut habe ich dann die Flächen, die nach kurzer Zeit bereits Gestalt zeigen. Mit der mir fehlenden Sorgfalt habe ich es natürlich geschafft, die Messinghülse für die Flächensteckung schief einzuharzen, trotz mehrmaliger Kontrolle mit Geodreieck. Glücklicherweise fiel mir das erst sehr viel später auf... Die unangenehmste Arbeit bei der Tragfläche war das Verschleifen der Nasenleiste, welches ich im Freien mangels einer geeigneten Werkstatt durchführte. Irgendwann hatte ich dann die Tragfläche im Rohbau mit der schiefen Flächensteckung in der Hand, Gewicht 190g. 

Der Rumpf war ebenfalls eher unspektakulär einfach aufzubauen, aber auch hier schaffte ich es das Brettchen mit den M3-Muttern für die Tragflächenbefestigung falsch herum einzukleben. Die vorwiegende Bauzeit zwischen 22:00 und 02:00 Uhr hat da sicherlich mitgewirkt. Der mitbestellte Getriebeantrieb wird durch Wegnahme der Befestigungsflansche geringfügig  modifiziert und passt dann saugend in die Rumpfnase. Nur gut, daß ich hier doch keine Experimente mit anderen Antrieben durchgeführt habe, das wäre dann etwas komplexer geworden. Auch der Akkupack passt genau hinein, bei mir  allerdings nicht, da die angeklebten leisten für die Akkurutsche geringfügig zu hoch angesetzt waren, so musste ich den Spant geringfügig ausarbeiten. Später auch hier wieder das von mir und meiner Nase geliebte Verschleifen, welches aber sehr einfach im Abrunden des Kastenrumpfes bestand. Die Formgebung des vorn eingeklebten Balsaklotzes zur Anpassung des Kastens an den Spinner habe ich mit dem Dreieckschleifer abgekürzt. 

Bespannung und RC-Einbau;
Als Bespannung hatte ich mir transparentblaue Folie für die Fläche und die Leitwerke sowie gelbe für den Rumpf ausgedacht. Blau war allerdings kurzfristig nicht erhältlich, so kaufte ich andere, nämlich meine Lieblingsfarbe rot, ebenfalls transparent. Die Ohren habe ich dann kurz entschlossen doch gelb bebügelt. Danach dann die Leitwerke mit Epoxyd-Harz eingeklebt und die Libelle sieht schon richtig fertig aus. Einbau der beiden C261-Servos ganz hinten und des Empfängers, hier ein Jeti Rex4, auf Klettband und das Einbringen der Anlenkungen. Das ganze geht sehr zügig. 

Auswiegen:
Das Auswiegen brachte es an den Tag: Der Vogel ist Kopflastig! Auch mit ganz nach hinten bis an das Servobrettchen durchgestecktem Akkupack war der Schwerpunkt zu weit vorne, also musste ich wohl oder übel, an der Heckfinne Blei ankleben, glücklicherweise nur ein paar cm Gardinenbleiband, welches ich mit Klebefilm befestigte. Derart in Balance gebracht, wiegt meine Libelle 690g, das sind 10g unter dem von Höllein angegebene Gewicht. Nochmals nachgeschaut: Es sind keine vergessenen Teile mehr im Kasten!

Katastrophe!
Fertig wurde die Libelle am Sonntag, genau zu dem Zeitpunkt als wir anfangen wollten zu grillen. Das hielt mich natürlich nicht davon ab, die "mal eben" in die frisch gemähte Wiese zu werfen: Fliegt! Erstaunlicherweise sogar geradeaus und auch an der Höhe brauchten nur ein paar Klicks getrimmt zu werden. Danach wieder zurück in den Garten und prompt bricht mein großer Sohn das Seitenleitwerk ab, als er um den Flieger herumhüpft! Mit einem kurzen Fluch wurde dann die Libelle zunächst zur Seite gelegt, später habe ich dann nach Begutachtung des Schadens diesen mit etwas Epoxydharz beseitigen können. Der erste "richtige" Flug steht allerdings noch aus, ich werde berichten. 

Fazit:
Der Bau der Libelle hat Spaß gemacht. Die Bausatzqualität ist vorbildlich. Der Bau geht einfach und -bei gegebener Sorgfalt- problemlos von der Hand. Das Modell ist dank Sekundenkleber zügig aufzubauen. Lediglich einige Teile wie die Holmverkastung, die Flächensteckung und die Leitwerke sollten mit Harz bzw. Weißleim geklebt werden, um Zeit zum Ausrichten zu haben. Auch die aufgedoppelten Rumpfseitenteile habe ich mit Weißleim geklebt. Den Kauf der Libelle habe ich nicht bereut, sie wird mich sicherlich auch mit ihren Flugleistungen zufriedenstelen, diesbezüglich habe ich bereits in der Newsgroup Hinweise erhalten.

Bernd.Laengerich@radiobastler.de

 

Ranking-Hits